Erfahrungen bei der Haltung und Zucht von Phelsuma quadriocellata lepida

von Oliver Pürkel (Der Taggecko, Nr.47, 3/2004)

 

Diese Unterart des Pfauenaugtaggecko hat sein Verbreitungsgebiet im Nord-Osten von Madagaskar. Von den anderen Unterarten ist sie leicht an den Achselflecken, welche fasst bis zur Schulter reichen, zu unterscheiden. Die Posthumeralflecken sind hellblau umrandet. In der Schenkelbeuge sind keine Praefemoralflecken vorhanden. Die Grundfärbung ist smaragdgrün. Auf dem Rücken können unterschiedlich viele und verschieden große rote Flecken vorhanden sein.

P. quadriocellata lepida

P. quadriocellata lepida

Es kommen auch Tiere mit einem roten Strich auf dem Vorderrücken vor. Die Augen sind gelb umrandet. Die Färbung ist bei beiden Geschlechtern gleich variabel. Den Jungtieren fehlen die roten Zeichnungselemente. Diese bilden sich im lauf der Entwicklung aus, bei mir zwischen dem zweiten und dritten Monat. Häufig sind die Tiere aber zeichnungslos. Die Färbung der Nachzuchten ist leider sehr viel blasser als die der Wildfänge.

Zur Haltung: Ich halte meine Tiere immer Paarweise in Terrarien mit den Maßen 40cmx60cmx60xm ( Breite x Tiefe x Höhe).

Die Vollglasbecken sind mit Lüftungsflächen vorne unten bzw. hinten oben versehen. Die Lüftungsgitter sind nicht sonderlich großflächig dimensioniert (je 5cm) um eine hohe Luftfeuchtigkeit zu garantieren. Gesprüht wird einmal täglich, im Sommer an sehr heißen Tagen auch zweimal. Im Winter nur einmal in der Woche. Die Grundbeleuchtung besteht aus zwei Leuchtstoffröhren von Phillips Master TLD 36W/840 welche aber über vier Terrarien angebracht sind. Im Winter habe ich die Leuchtstoffröhren 8 Stunden in Betrieb, zum Sommer hin erhöhe ich stufenweise die Dauer, so dass ab Mai die Beleuchtung 14 Stunden in Betrieb ist, bis im September wieder langsam reduziert wird.

P. quadriocellata lepida

P. quadriocellata lepida

Des weiteren setze ich Halogenspotstrahler mit 10 Watt ein, welche zusätzlich in Abständen mit unterschiedlicher Dauer insgesamt 3Std. über den Tag verteilt zugeschaltet werden. Auch hier habe ich im Winter nur 1 Stunde “Sonnetanken” eingestellt. Die Einrichtung ist phelsumentypisch. Bambusstangen unterschiedlicher Stärke und Länge werden senkrecht, waagerecht und diagonal eingebracht. Die natürliche Bepflanzung erscheint mir nicht nur optisch ansprechender, sondern schafft auch ein natürliches Klima. Ich verwende Sansevierien, Geweih- und Nestfarne, Yukkapalmen und div. Maranten. Die Fütterung setzt sich aus Insekten, hier in erster Linie aus Kurzflügel- und Steppengrillen sowie Fruchtfliegen, Wachsmotten und deren Raupen, Stubenfliegen und Ofenfischchen, sowie unterschiedlichen Fruchtbreien, Nektar Plus von Nekton (Kolibri Futter) und selten Honigwasser zusammen. Als Zusätze verwende ich Korvimin ZVT , Calcium lactat, sowie Vigantoletten (Vit. D3). Des weiteren steht immer eine Schale mit zerstoßener Sepiaschale und ein Wasserspender zur Verfügung.
Im März sind häufig die ersten Paarungen zu beobachten und zwei Wochen später wird meist ein Doppelei abgelegt.

In einem Jahr können bis zu sieben Doppeleier gelegt werden. Die Durchschnittlich 0,86cm großen Eier werden frei, bei mir meist in Bambusröhren, abgelegt so dass sie in einen Inkubator überführt werden können. Nach ca. 40-50 Tagen schlüpfen die Tiere und haben eine Größe um 4,5cm. Ich ziehe alle Jungtiere einzeln auf. Anfangs in Terrarien mit den Maßen 17cm x 20cm x 15cm später setze ich die Tiere in größere Terrarien mit 17cm x 29cm x 20cm um. Beleuchtet wird mit den gleichen Leuchtstoffröhren wie bei den Alttieren. Strahler verwende ich bei der Aufzucht nicht. Gefüttert wird der Größe entsprechend mit den gleichen Futtermitteln wie die Adulten, jeden zweiten Tag. So sind die Jungtiere bei mir nach einem Jahr ausgewachsen und zur Zucht geeignet.
Ich habe über 50 Jungtiere an andere Liebhaber abgegeben. Doch vor zwei Jahren hatte ich Pech und mir brach meine Zucht ein. Ich versuchte einige Halter zu kontaktieren welche von mir Tiere erhalten hatten und musste feststellen, dass so gut wie keine Tiere mehr verfügbar waren!!!

P.q.lepida, Jungtier

P.q.lepida, Jungtier

Glücklicherweise fand ich noch zwei Weibchen bei Harald Suffel der mir großzügigerweise sofort seine beiden Weibchen zur Verfügung stellte. Außerdem überließ Marcel Naumburg mir ein Männchen aus dem gleichen Zuchtjahr wie die Weibchen von Harald so hatte ich wieder zwei Paare um erneut in diesem Jahr zu züchten. Leider verstarb ein Weibchen an Legenot. So hing alles an einem Weibchen. Ich erhielt aber leider bis zum jetzigen Zeitpunkt nur ein Doppelei. Es schlüpften auch beide Tiere und entwickelten sich gut. Leider sind es zwei Männchen! Nachdem die Eiablage lange zum erliegen kam wechselte ich kürzlich die Männchen aus in der Hoffnung doch noch ein oder zwei Gelege zu bekommen.

Das waren meine Erfahrungen mit der Unterart (P. q. lepida) des Pfauenaugtaggeckos. Ich hoffe es war noch nicht alles, denn ich würde doch gerne noch länger diese schöne Phelsume pflegen und vermehren! An diesem Beispiel wird aber deutlich wie wichtig es ist eine kleine Anzahl an Tieren einer Art/Unterart zu erhalten damit diese nicht aus unseren Terrarien verschwinden! Mit diesem Artikel möchte ich Euch alle nochmals aufrufen uns bei der Erhaltung möglichst vieler Arten/Unterarten zu unterstützen, denn das kann kein harter Kern schaffen sondern dazu brauchen wir eine großflächige Unterstützung und jeder kann davon profitieren. Es ist kein großer Aufwand hat aber einen großen Nutzen. Die Tiere bleiben im Besitz. Es geht nur darum einen kleinen Bestand zu sichern!

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