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Besuch einer abgelegenen Region in Süd-West-Madagaskar mit Bemerkungen zu Fauna und Flora

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Jungtier von Geckolepis typica
  Überraschend war auch die Vielzahl der Insekten, die sich in der Laubschicht verbargen. Heuschrecken, Wanzen, Käfer und Schaben waren in ausreichender Zahl vorhanden. Mitten im Wald entdecken wir dann auch Phelsumen. Es handelte sich zu unserer Enttäuschung wiederum um Phelsuma mutabilis, die sich diesmal als Kulturflüchter und Waldphelsume entpuppte. Zurück am Lager erwarteten uns bereits einige Madagassen mit allen möglichen Behältnissen gefüllt mit Kleingetier.
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Dabei war unter anderem Oplurus cyclurus, ein Baumbewohnender Leguan, von beachtlichen 30cm Länge und riesige Grillen, die anscheinend unmittelbar vor unseren Zelten aus dem Boden gegraben wurden. Über dem Feuer geröstet schienen sie eine Delikatesse für die Madagassen darzustellen - wir hielten uns lieber an unsere Tütensuppen.  
Pärchen von Oplurus cyclurus
 
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Hemidactylus frenatus
  Nach Einbruch der Dunkelheit setzte ein Froschkonzert am Flussufer ein, an dem sich mindestens ein Dutzend verschiedene Frösche beteiligten. Ausgerüstet mit eine Taschen/Kopflampe machten wir uns nochmals in Lagernähe auf die Suche. Die Kopflampe erwies sich dabei als absolutes Insektenlockmittel - das Hunderte von Fluginsekten direkt in mein Gesicht manövrierte. Praxisurteil: Im Wald unbrauchbar, am Lager nützlich. Diese Exkursion brachte lediglich einen Nachtgecko (Hemidactylus frenatus) ein.
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Am nächsten Tag starteten wir einen neuen Versuch und gingen bereits um 6.00 Uhr los. Wir liefen diesmal durch den Fluss um so schneller vorwärts zu kommen. Sehr häufig sind in dieser Gegend noch die schwarzen Vaasa-Papageien (Coracopsis ssp.) die kreischend - meist in kleinen Trupps - den Fluss überflogen. Am Flussufer standen häufig Pandanuss-Bäume.  
der Manampandaha-Fluß zur Trockenzeit
 
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Phelsuma mutabilis
  An den Stellen, die bereits von der Sonne beschienen wurden, lagen die Phelsuma mutabilis, noch dunkel gefärbt, um sich schneller aufzuwärmen. Bis zum Mittag schafften wir es bis an die Bergflanken des Gebirges. Doch der Wald an den Hängen unterschied sich nicht vom bereits bekannten Galeriewald. Zur Regenzeit musste es hier ganz anders aussehen, wenn die Bäume in vollem Laub stehen - die hohen Abbruchkanten an den Flussrändern ließen vermuten, welche Wassermassen sich dann hier Richtung Mangoky wälzen. Bei den Abstechern in den Wald fanden wir stets die bereits erwähnten Reptilien.
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Einmal saß eine kleine Eule (Otus rutilus) direkt vor uns auf einem Ast und liess sich auch durch das Hantieren mit der Kamera nicht aufschrecken. Wenig später entdeckten wir einen großen Greifvogel in ca. 5m Höhe auf einen abgebrochenen Baumstamm. Es schien eine Art Schlangenadler zu sein, der hochbeinig gebaut war - wir konnten ihn nicht näher bestimmen. Nur ein einziges mal sahen wir einen Sifaka-Lemuren, der sofort die Flucht ergriff.  
Otus rutilus
 
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das Ende einer Sifaka-Familie
  Auf dem Rückweg zum Lager trafen wir eine Gruppe von Madagassen, die am Ufer ein Feuer angezündet hatten. Erst als wir näher kamen, sahen wir, dass sie eine ganze Sifaka-Familie gefangen und geschlachtet hatten. Nur ein Jungtier war noch am Leben, dass Sie uns zum Kauf anbieten wollten.
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Am nächsten Morgen brachen wir unser Lager ab und wanderten zurück ins Dorf Tsivoky. Pater Hobi wollte uns dort, wie vereinbart, um 11.00 Uhr abholen. Als wir eintrafen, wurden wir sofort zu einer Blechtonne geführt, unter der eine Schlange gefangen sein sollte. Es befand sich tatsächlich eine große gelbe Sanzinia madagascariensis unter der Tonne, welcher die Madagassen mit großem Respekt begegneten. Gegen Mittag traf Pater Hobi endlich ein und wir fuhren ca. 40km zurück.  
Aufbruchstimmung in Tsivoky
 

Dann bogen wir ab und befuhren eine Piste, die uns wieder näher an das Makay-Gebirge brachte. Der Weg war so schlecht, dass selbst der Distriktverwalter und das Militär diese Piste meiden. Pater Hobi ist der einzige, der diesen Weg hin und wieder befährt. Aber auch er war die letzten 5 Monate nicht mehr bis Beronono, dem Endpunkte der Piste, gekommen. Nach vier Stunden fahrt hatten wir es geschafft und erreichen Beronono, dass direkt am Makay-Fluß liegt. Wir luden ab und sollten in der verfallenen Schule untergebracht werden.
Wir zogen es aber vor, abseits des Dorfes auf der anderen Flussseite in einem kleinen Wäldchen zu zelten - da hätten wir wenigsten ab Einbruch der Dämmerung unsere Ruhe - dachten wir. Pater Hobi hatte unser einen ortskundigen Madagassen besorgt. Es war Paul, der Lehrer der Grundschule aus Beroroha. Er stammte aus Beronono, kannte sich hier in dieser verlassenen Gegend gut aus und hatte anscheinend auch gerade Ferien. Für die nächsten 3 Tage sollte er bei uns bleiben, bis der Pater wieder zurückkommt, um uns abzuholen.