Phelsuma rosagularis

 

Phelsuma rosagularis

Phelsuma rosagularis

Vinson & Vinson, 1969

Rosakehliger Mauritius-Taggecko
Ableitung des Namens von rosa = rosa und gularis = Kehle

Typusexemplar: JMV 69.R.153, xii.1969

Synonyme:
1969: Phelsuma guimbeaui rosagularis, Vinson & Vinson, Mauritius Inst. Bull., Port Louis, 6 (4): 283, Fig.11(2)
2004: Phelsuma rosagularis, Austin, Arnold & Jones, Mo1, Phylogenet. Evol., 31: 118

Terra typica: Les Mares, ca. 600 m über dem Meeresspiegel; Mauritius

 

Phelsuma rosagularis

Phelsuma rosagularis

Beschreibung:
P. rosagularis erreicht eine GL von 160 bis 170 mm im männlichen Geschlecht. Die Weibchen bleiben mit einer GL von ca. 120 mm deutlich kleiner. Der Rumpf ist schmal und langgestreckt, ebenso der Schwanz, weshalb besonders beim Männchen der recht breite und längliche Kopf auffällt. Die Färbung ist ähnlich der Nominatform, zeigt aber Unterschiede: Auf der Körperoberseite zeigt die Subspecies ein helleres Grün und der Farbton der Rückenzeichnung tendiert zu Orange. Die bei der Nominatform im Nackenbereich auf blauem Grund vorhandene “Schlaufe” mit nachfolgender medianer Rückenlinie ist bei der Unterart offen, verlängert und unterbrochen. An Stelle der Rückenlinie treten orange Flecken und Linien mit Tendenz zur Querbänderung auf, die mit den ebenfalls unregelmäßig unterbrochenen Dorsolateralstreifen verschmelzen können.

Das hintere Drittel der hellgrünen, mit orangen Flecken besetzten Schwanzoberseite ist bläulich. Die untere Hälfte der Supralabialia ist mehr oder weniger rosa-orange gefärbt, während die Sublabialia intensiv rosa-orange sind. Diesen Farbton zeigt auch die Kehle bis zum Halsansatz. Die Schuppen unterhalb der Ohröffnungen (bis zu den Vorderbeinen) sind ebenfalls orange. Die bei der Nominatform vorhandenen zwei bis drei dunkelgrauen kehlseitigen “V-Zeichen” fehlen völlig. Die Bauchregion ist weißlich mit einer rosa bis violetten Einfärbung, die in der Kloakalregion in ein intensives Orange-Rot übergeht und sich auf der Schwanzunterseite fortsetzt. Die Unterseiten der Zehen sowie der Hinterbeine sind orange.
Das untere Drittel der Körperflanken ist Taubengrau gefärbt, kann aber auch die Farbe des Bauches zeigen. An den Schwanzseiten ist die rosarote Färbung deutlich zu sehen.

Lebensraum:
Die Verbreitung dieser Phelsume ist auf die kühlsten und feuchtesten Regionen in Höhenlagen zwischen 325 und 675 m beschränkt. Das Vorkommen reicht vereinzelt bis auf 200 m herab. Bemerkenswert ist die enge Bindung dieser Subspecies an endemische Baumarten des ursprünglichen, montanen Regenwaldes. Die vorherrschenden Bäume gehören vorwiegend zur Familie Sapotaceae.
Die jährliche Niederschlagsmenge schwankt zwischen 3000 mm und 4500 mm; bei einer durchschnittlichen Luftfeuchtigkeit zwischen 60 Prozent (Südwinter) und über 90 Prozent (Südsommer). Diese Klimawerte sind Bedingung für die hier in großer Anzahl vorkommenden verschiedensten epiphytischen Pflanzen.
Die Tagestemperaturen betragen im Südwinter 14 bis 24°C und im Südsommer 19 bis 26°C. Punktuell kann jedoch die Temperatur bei starker Besonnung auf 35°C ansteigen. Wegen der kühlen Witterung zeigen die Geckos häufig eine düstere und bräunliche Färbung. So betrug Anfang Oktober die Temperatur am Sonnenplatz eines Geckos um 15.00 Uhr 20°C bei einer relativen Luftfeuchte von 58 Prozent.

P. rosagularis, Jungtier

P. rosagularis, Jungtier

Fortpflanzung im Terrarium:
Eine erfolgreiche Vermehrung über mehrere Generationen im Terrarium ist nicht bekannt. P. rosagularis gehört zu den Eiklebern. Die Inkubationszeit beträgt zwischen 50 und 60 Tage. Die Jungen weisen nach dem Schlupf eine GL von 45 mm auf. Bemerkenswert ist die Jugendfärbung, die sich in schlichtem Graubraun – ohne die bei den Jungtieren der Nominatform vorhandene weiße Sprenkelung – zeigt.

Die Aufzucht der Jungen erfolgt getrennt in kleinen Terrarien mit genügend Klettermöglichkeiten und einem Bodengrund aus Blähtonsteinchen, welche für genügend hohe Luftfeuchtigkeit sorgen. Bei Temperaturen um 25°C wachsen die jungen Geckos recht schnell und haben sich auch nach 12 Monaten umgefärbt.

Bernhard Lehr