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Temperatur- und Licht-Probleme

BeitragVerfasst: So 04 Mär, 2018 11:35
von Tiamat
Hallo,

wir sind neu im Bereich Terrarien und haben versucht uns so gut wie möglich einzulesen, scheitern aber leider doch an der Technik. Wir haben seit einer Woche das Terrarium (80x60x80 mit schrägem Innenboden) zur Probe mit nur ein paar Bromelien und zwei Orchideen laufen und wollten dann zur genauen Einrichtung und Entscheidung für die genauen Bewohner übergehen. Uns ist klar, dass die verschiedenen Arten auch verschiedene Bedürfnisse hinsichtlich Beleuchtung und Einrichtung haben, aber wir wollten uns als Einsteiger bewusst langsam voran tasten.

Wir haben das folgende Problem und hoffen, ihr könnt uns helfen. Wir wollten eigentlich die Werte eines Regenwaldterrariums mit 28°C tagsüber und bis zu 20 °C Nachabsenkung. Die Luftfeuchtigkeit wird über zwei Temperatur-/Luftfeuchtesensoren und einer Beregnungsanlage automatisch gesteuert. Das Licht läuft 12 Stunden am Tag. Derzeit haben wir 2 T5 Röhren (1x T5 Cool White, Lichtfarbe 840, 1750 lumen, Farbtemperatur: 4000 kelvin) (1x T5 Daylight, Lichtfarbe 860, 1600 lumen, Farbtemperatur: 6000 kelvin) und einen JBL Reptilspot 42W als Beleuchtung drin. gezielt UV-Lampen wollten wir anhand der einziehenden Art einbauen und vorher um Rat fragen, da die ja nicht unbedingt billig sind und man die ja nicht 3x kaufen muss nur weil man es falsch gemacht hat.

Wir erreichen bei der Terrariengröße leider nur 24 °C im oberen Bereich und 22 °C im unteren Bereich, was natürlich viel zu wenig ist. Außerdem haben wir das Gefühl, dass das Glas im unteren Bereich des schrägen Innenbodens Spannung aufbaut, wo wir die Vermutung haben, dass das an den Temperaturunterschieden liegt. Unter dem Terrarium steht ein penibel ausgerichtetes Regal mit zusätzlicher Holzplatte und Dämpfungsmatte für Terrarien. Bevor wir jetzt aber ziellos rumbasteln, wollten wir doch mal die fragen, die die Erfahrung haben.

Als Bewohner sind bei uns Klemmeri in der engsten Auswahl, wir lassen uns aber auch gerne zu einer anderen Art raten. Auch hier gilt, ihr habt die Erfahrung, wir sind die Anfänger.

Ich hoffe, ich habe euch die nötigen Rahmenbedingungen alle genannt, ansonsten einfach fragen ;)

Re: Temperatur- und Licht-Probleme

BeitragVerfasst: So 04 Mär, 2018 11:44
von Tomboy
hallo . ich kann euch nur empfehlen einen HQI strahler 70w oder eine solarraptor 70w drüber zu hängen. dann wird's auch wärmer.

Re: Temperatur- und Licht-Probleme

BeitragVerfasst: Mo 05 Mär, 2018 15:52
von Tiamat
Hallo,

vielen Dank für die Rückmeldung, wir werden dass mal testen und hoffen das Beste. Hier noch eine Frage. Ich hab beides gelesen...HQI Strahler auf das Gaze oder innen rein hängen?

Für die klemmeri sind vor allem Bambusrohre in der Höhe wichtig, damit sie sich da "sonnen" können. Richtig? Ich konnte nichts über wichtige Pflanzen finden. Manche Frösche brauchen ja z.B. Bromelien zum schlafen. Gibt es hier bei den Geckos noch was zu bedenken?

Viele Grüße

Re: Temperatur- und Licht-Probleme

BeitragVerfasst: Mo 05 Mär, 2018 19:28
von Tomboy
Beleuchtung auf jeden fall über die gaze. mit ausreichend abstand.
Bepflanzung ist eigentlich egal. sie sollten sich nur gut im Terrarium halten. normale Äste mit glatter rinde gehen auch.

Re: Temperatur- und Licht-Probleme

BeitragVerfasst: Do 04 Okt, 2018 1:50
von Johnie
Tiamat hat geschrieben:Wir haben das folgende Problem und hoffen, ihr könnt uns helfen. Wir wollten eigentlich die Werte eines Regenwaldterrariums mit 28°C tagsüber und bis zu 20 °C Nachabsenkung. Die Luftfeuchtigkeit wird über zwei Temperatur-/Luftfeuchtesensoren und einer Beregnungsanlage automatisch gesteuert. Das Licht läuft 12 Stunden am Tag. Derzeit haben wir 2 T5 Röhren (1x T5 Cool White, Lichtfarbe 840, 1750 lumen, Farbtemperatur: 4000 kelvin) (1x T5 Daylight, Lichtfarbe 860, 1600 lumen, Farbtemperatur: 6000 kelvin) und einen JBL Reptilspot 42W als Beleuchtung drin. gezielt UV-Lampen wollten wir anhand der einziehenden Art einbauen und vorher um Rat fragen, da die ja nicht unbedingt billig sind und man die ja nicht 3x kaufen muss nur weil man es falsch gemacht hat.

Wir erreichen bei der Terrariengröße leider nur 24 °C im oberen Bereich und 22 °C im unteren Bereich, was natürlich viel zu wenig ist. Außerdem haben wir das Gefühl, dass das Glas im unteren Bereich des schrägen Innenbodens Spannung aufbaut, wo wir die Vermutung haben, dass das an den Temperaturunterschieden liegt. Unter dem Terrarium steht ein penibel ausgerichtetes Regal mit zusätzlicher Holzplatte und Dämpfungsmatte für Terrarien. Bevor wir jetzt aber ziellos rumbasteln, wollten wir doch mal die fragen, die die Erfahrung haben.


Also über die Lampen würde ich nicht versuchen die Temperatur zu steigern. Es gibt zwar in der Natur ca 12 Stunden Sonne, oder Licht nur eben nicht 12 Stunden in der gleichen Intensität. Das wird häufig vergessen wenn man beleuchtet. Festmachen: Da gibt es Profile mit denen man LEDs sicher befestigt. Ziellos rumbasteln ist echt nicht das Wahre. :roll:

Re: Temperatur- und Licht-Probleme

BeitragVerfasst: Fr 12 Okt, 2018 14:01
von Zocki82
Johnie hat geschrieben:Also über die Lampen würde ich nicht versuchen die Temperatur zu steigern. Es gibt zwar in der Natur ca 12 Stunden Sonne, oder Licht nur eben nicht 12 Stunden in der gleichen Intensität. Das wird häufig vergessen wenn man beleuchtet. Festmachen: Da gibt es Profile mit denen man LEDs sicher befestigt. Ziellos rumbasteln ist echt nicht das Wahre. :roll:


Doch, genau das macht man bei Phelsumen.

1. Unser Lichtempfinden ist ein anderes als das von Phelsumen. Auch haben wir keinen vierten Farbrezeptor, um UV als Farbe wahrzunehmen. Phelsumen bewohnen die Ferguson-Zone 3, d.h. sie sind primär Halbschatten-Sonner und wärmen sich morgens und zum Abend hin in der vollen Sonne auf; die Mittagssonne wird gemieden. Was wir mit 2-3 T5 Röhren bei dieser Beckengröße erreichen, ist nur die Schattenaufhellung, sprich der notwendig genannte Halbschatten. Ab 80 cm Beckenhöhe sollte man stattdessen über HQI/HCI-Strahler nachdenken, weil diese viel besser in die Tiefe wirken; ab 1 m Höhe schon Pflicht. Ich betreibe ein 60x60x100 Glasbecken mit einem 70W HCI-Strahler, einem 50W UV-HQI-Spot und einem zweiten UV-HQI-Spot mit 35W. Das Becken steht zum Balkon hin und bekommt die späte Nachmittagssonne ab. Trotz dieser sehr guten Beleuchtung ist der Sonneneinfall ins Terrarium ein immenser Unterschied, was wiederum zeigt, dass unser Lichtempfinden (für Terrarienbeleuchtung) der Sonne im natürlichen Habitat nicht gerecht wird.

2. Die Wärme über andere Quellen umzusetzen wie Heizmatten ist unnatürlich. Phelsumen assoziieren Licht mit Wärme und halten sich daher in diesen Bereichen auf (meine Inexpectatas in diesem Becken sonnen sich daher sehr gerne auf halber Höhe in der Nachmittagssonne, obwohl weiter oben die Spots brennen). LED ist daher zum Aufwärmen ungeeignet und da wo Heizmatten wirken, ist meist kein Licht (unten oder hinten hinter Pflanzen in der Rückzugszone). Ob drei T5 LSR oder ein 70W HQI-Strahler nimmt sich nichts von der Lichtausbeute und ist wirklich nur zur Schattenaufhellung.

3. Bei der o.g. Grundbeleuchtung kann man ruhig so lange beleuchten. Wie gesagt habe ich hier den Vergleich, wenn nur noch der HCI-Strahler an ist, aber noch die untergehende Sonne rein scheint. Daher beleuchte ich und die meisten anderen IGler in der Zuchtperiode 14h am Tag mit der Grundbeleuchtung, die HQI-Spots 12h bzw. falls ein zweiter vorhanden ist, dieser nur 10-11h. Zum Winter hin reduziere ich auf 10h die Grundbeleuchtung und den Spot auf 8h, bis dieser schließlich aus bleibt, um zusammen mit einer trockeneren Phase (weniger sprühen) die Legepause einzuläuten. Wenn man hier nur mit LEDs für das Tageslicht beleuchtet anstellen T5 LSR oder HCI-Strahlern, ist die Grundtemperatur viel zu niedrig. Diese sollte je nach Art noch um die 23 bis 25°C betragen.

Viele Grüße
Oliver

Re: Temperatur- und Licht-Probleme

BeitragVerfasst: Mi 17 Okt, 2018 0:58
von Johnie
Zocki82 hat geschrieben:
Johnie hat geschrieben:Bei der o.g. Grundbeleuchtung kann man ruhig so lange beleuchten. Wie gesagt habe ich hier den Vergleich, wenn nur noch der HCI-Strahler an ist, aber noch die untergehende Sonne rein scheint. Daher beleuchte ich und die meisten anderen IGler in der Zuchtperiode 14h am Tag mit der Grundbeleuchtung, die HQI-Spots 12h bzw. falls ein zweiter vorhanden ist, dieser nur 10-11h. Zum Winter hin reduziere ich auf 10h die Grundbeleuchtung und den Spot auf 8h, bis dieser schließlich aus bleibt, um zusammen mit einer trockeneren Phase (weniger sprühen) die Legepause einzuläuten. Wenn man hier nur mit LEDs für das Tageslicht beleuchtet anstellen T5 LSR oder HCI-Strahlern, ist die Grundtemperatur viel zu niedrig. Diese sollte je nach Art noch um die 23 bis 25°C betragen.



Interessant, gibt es keine anderen Wege and über Heizmatten Wärme zu erzeugen?
Und dann noch das die Einbaustrahler für Terrassen sind die geeignet?
Außen LED Strahler aus dem Grunde das die auch Feuchtigkeit abkönnen müssen. Wenn nicht die welche dann?

Re: Temperatur- und Licht-Probleme

BeitragVerfasst: Mi 17 Okt, 2018 11:25
von Zocki82
Hallo Johnie,

zuerst einmal solltest Du keinen so intensiven Gedanken an LED-Beleuchtung bei Reptilien oder speziell Phelsumen verschwenden. Bitte mache Dich bei der Website Licht-im-Terrarium schlau. Schaue Dir vor allem diese Seite dort an: http://www.licht-im-terrarium.de/led/start
Sofern Du keine Vollspektrum oder UV-Beleuchtung einsetzt, sollte LED nicht allein betrieben werden. Wegen einer hohen Grundtemperatur im Sommer hatte ich eine spezielle LED-Tageslichtleiste von SolarRaptor nur in meiner alten Dachgeschoss-Wohnung ZUSÄTZLICH zu einer Narva BioVital LSR und einem UV-HQI-Spot verwendet, sowie als Spots in Aufzucht-Becken ZUSÄTZLICH zur Narva BioVital LSR bzw 5.0/6.0 UV-Röhre.
In der neuen Wohnung habe ich bis auf die Aufzuchtbecken sonst keine zusätzlichen LEDs im Einsatz. Auch nur, weil ich noch mehr Licht bieten wollte, aber die Temperatur bereits passt.

Wenn das beachtet wurde, kannst Du natürlicht diverse LED-Strahler in deinen Lichtkasten bauen, solltest bei dem Leuchtmittel aber auf eine gutes Lichtspektrum und eine Farbwiedergabe ab 90Ra achten. Es gibt hier bereits welche, die auch UVA im Bereich 400 nm bieten. Was es da brauchbares gibt, musst Du selbst herausfinden.

Ansonsten bleibt mir nur zu sagen, mache Dich am besten mit dem Phelsumen-Buch von unserem H.P. Berghof über eine artgerechte Haltung vertraut, denn Heizmatten als Wärmequellen sind unnatürlich für Phelsumen, genauso wie Infrarotstrahler.
Ich bezweifle stark, dass Du eine weitere Wärmequelle benötigst, wenn Du dem Lichtbedürfnis dieser Tiere entgegen kommst.

Übrigens sind die meisten Phelsumen-Arten keine Regenwaldbewohner, sondern benötigen ein halbtrockenes Wald-Terrarium, das 1-2x täglich (kurz morgens und länger abends) besprührt wird, um eine Luftfeuchte von tags 60% und nachts 80% zu erreichen. Da musst Du nicht zwangsläufig auf wasserdichte Beleuchtung achten.

Viele Grüße
Oliver