Gefährliches Futter?

Probleme bei der Fütterung? Welche Vitamine und Mineralstoffe? Hier geht es rund um die Ernährung unserer Pfleglinge.

Gefährliches Futter?

Beitragvon sualk1964 » So 13 Mär, 2011 13:44

Hallo Forenmitglieder, User und Reptilienfreunde
Ich wollte mich vergewissern ob es ein Mythos oder Wahrheit ist, das Pinky-Maden oder andere (Wachsmottenmaden) wenn sie gefressen werden die Möglichkeit im Reptilienmagen überleben und sich durch die Magenwand fressen können?
Bitte mit Erklärungen
mfg Klaus
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Re: Gefährliches Futter?

Beitragvon Dieter » So 13 Mär, 2011 15:20

Hi Klaus
Tja, das ist so eine Horrorgeschichte, die regelmässig wieder in Foren auftaucht (öfter auch im Zusammenhang mit Zophobas). Fakt ist, dass ich sowas, obschon ich ab und zu Maden verfüttere, noch nie erlebt habe. Ich kenne auch niemanden, der sowas schon erlebt hat und ich kenne niemanden, der jemanden kennt, der sowas schon erlebt hat ;) :mrgreen:

Gruss Dieter
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Re: Gefährliches Futter?

Beitragvon sualk1964 » So 13 Mär, 2011 16:51

Hallo Dieter, danke für deine Antwort,
ich habe Aquarien, dort füttere ich auch Maden und das schon seit 2007, meine Welse leben noch.
Ich möchte aber noch Argumente, mich wundert wie Leute auf solche Ideen kommen oder es nachweislich erlebt haben, die sollten sich melden.
Ich kann mir das absolut nicht vorstellen, denn z.B: die Phelsumen sehen ja zu das die Maden oder Grille erst mal eins auf den Deckel bekommt, sie schlagen sie ja auf den Untergrund damit sie nicht von ihnen im Mundraum gebissen werden können.
Hoffe es kommen noch Antworten und Meinungen.
mfg Klaus
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Re: Gefährliches Futter?

Beitragvon Anolis05 » So 13 Mär, 2011 17:30

Hallo Klaus,
die Horrorversion basiert auf lange zurückliegende Aussagen eines nicht ganz unbekannten Phelsumenzüchters der einer falschen Information seines Freundes aufgesessen ist.Dieser Freund leistete damals ein Schulpraktikum in einem Untersuchungsinstitut ab und hat sich etwas zurechtfabuliert.
Die "Horrormeldung" wurde dann in alle Welt posaunt.
Leider hat der damals jugendliche Züchter bis heute nicht den Mut gefunden die "Falschmeldung" öffentlich zuzugeben.
Somit knipst weiterhin ein Großteil der Terrarianer absolut unnötig Maden und Raupen vor dem Verfüttern den Kopf ab. :frusty2
Dazu ist hier übrigens schon einiges geschrieben worden.
Gruß
Heinrich
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Re: Gefährliches Futter?

Beitragvon Schmetti71 » So 13 Mär, 2011 17:59

Hallo Klaus,

ich kann mich da Dieter und Heinrich nur anschließen. Zumal Pinky-Maden nicht über die üblichen "Beiß"werkzeuge verfügen, sondern ihr Futter "abschaben"..... (wenn ich richtig informiert bin :mrgreen: ).

Ich verfüttere seit fast 5 Jahren Pinky-Maden und die daraus schlüpfenden Fliegen. "Eingetuppert" im Kühlschrank halten sie sehr lange, ich habe immer eine Dose da (bekommst Du günstig und frisch im Angelladen). Meiner Meinung nach eine tolle, abwechslungsreiche und vor allem auch ungefährliche Sache ;) !

Grüße, Bettina
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Re: Gefährliches Futter?

Beitragvon Anolis05 » So 13 Mär, 2011 18:44

Hallo Bettina,
Pinkys sind auch mein Tipp besonders als Urlaubsversorgung.
Denn Schlupf kann man durch unterschiedliche Hälterungstemperaturen gut steuern sodaß im Urlaub alle 2-3 Tage Fliegen schlüpfen.
Die Fliegen werden auch von kleineren Phelsumen eifrig gejagt und gefressen.
Gruß
Heinrich
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Re: Gefährliches Futter?

Beitragvon sualk1964 » So 13 Mär, 2011 19:00

Ich Danke euch für die Informationen/Antworten
das die Beißwerkzeuge der Maden sehr kräftig sind habe ich selber bei dem Ausbruch aus Typischen Heimchen-Box(PET) mitbekommen.
Wenn Fliegen ihre Eier in tote riechende organische Wesen ablegen, dann ist es ja so das sie Zugang über die Körperöffnungen suchen und sich von innen nach außen ein Weg fressen, vielleicht führt das zur Annahme solch eines Mythos.
Habe mal eine Made in Essig ein getaucht, sie hat keine Überlebenschance gehabt, war nach 1/2-1min. tot.
Also denke damit überlebt sie auch kein Magensaft eines Lebewesen.
mfg Klaus
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Re: Gefährliches Futter?

Beitragvon traudel » So 13 Mär, 2011 20:17

Zu Pinky-Maden kann ich keine Angaben machen, aber da wir hier über "gefährliches Futter" sprechen: mir sind Fälle bekannt, das Geckos an Wachsmotten erstickt sind. Wohlgemerkt Motten, nicht deren Raupen. Der Halter vermutete, dass der feine Staub auf den Flügeln ein Abschlucken verhindert hat.
Andererseits weiß ich aus eigenen Versuchen, dass zumindest große Phelsumen (standingi, grandis, kochi) mit Begeisterung Wespen fressen. Bei mir ist noch kein Tier gestochen worden, ich allerdings schon :-( !

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Erfahrung heißt gar nichts. Man kann seine Sache auch fünfunddreißig Jahre schlecht machen. (Tucholsky)
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Re: Gefährliches Futter?

Beitragvon Reptil » So 13 Mär, 2011 20:54

Anolis05 hat geschrieben:Hallo Klaus,
die Horrorversion basiert auf lange zurückliegende Aussagen eines nicht ganz unbekannten Phelsumenzüchters der einer falschen Information seines Freundes aufgesessen ist.Dieser Freund leistete damals ein Schulpraktikum in einem Untersuchungsinstitut ab und hat sich etwas zurechtfabuliert.
Die "Horrormeldung" wurde dann in alle Welt posaunt.
Leider hat der damals jugendliche Züchter bis heute nicht den Mut gefunden die "Falschmeldung" öffentlich zuzugeben.
Somit knipst weiterhin ein Großteil der Terrarianer absolut unnötig Maden und Raupen vor dem Verfüttern den Kopf ab. :frusty2
Dazu ist hier übrigens schon einiges geschrieben worden.
Gruß
Heinrich


Hallo,
der damals jugendliche Züchter bin ich.
Nicht der Befund hat unter dem Praktikum des Bekannten gelitten (denn der wurde nicht von ihm gestellt),
sondern die dadurch heute fehlende Beweismöglichkeit, da der Befund nicht über Rechnung erstellt wurde.

Glaub mir Heinrich, der einzige Mut der mir fehlt, ist dass ich nochmal Mehlwürmer an "Großechsen" verfüttere!

Nochmal kurz die Story:
Ein damals einwandfrei gesundes (keine Parasiten in jeglicher Form, noch andere feststellbare Krankheiten) Stirnlappenbasiliskenweibchen
hat eine große Menge Mehlwürmer auf einmal verschlungen. Am nächsten Tag war sie tot.

Befund:
Loch in der Magenwand (Mehlwurmdurchmesser groß). Ein Mehlwurm zwischen Magen und Aussenhaut. Fertig!

Mir ist es ehrlich gesagt total egal, was andere Leute machen oder nicht machen.
Ich zerquetsche Köpfe. ;)

Gruß Marcus
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Re: Gefährliches Futter?

Beitragvon Ronny » So 13 Mär, 2011 21:01

Die "Horrormeldung" wurde dann in alle Welt posaunt.
Leider hat der damals jugendliche Züchter bis heute nicht den Mut gefunden die "Falschmeldung" öffentlich zuzugeben.
Somit knipst weiterhin ein Großteil der Terrarianer absolut unnötig Maden und Raupen vor dem Verfüttern den Kopf ab. :frusty2

Oh ja, Heinrich irgendwie habe ich gerade ein Déjà-vu. Ist schon der Hammer, wie lange sich dieser Aberglaube hält und vor allem, immer wieder aufgewärmt wird. :Bose

@traudel, hast Du ein Glück, das Dich nur die Wespe stach, bei mir ist's stets der Hafer! :-Party

Gruß
Ronny
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Kräht der Maulwurf auf dem Dach, liegt der Hahn vor lachen flach.
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Re: Gefährliches Futter?

Beitragvon sualk1964 » So 13 Mär, 2011 21:35

Hallo Marcus
du bist aber nicht der der mit mir eine Diskussion, in einem anderen Forum führte oder?

Wenn auch eine erhebliche Menge an Maden, in einem Verdauungstrakt eines Lebewesen (z.B. Komodowaran der sich von Aas ernährt und dort sind schließlich eine erhebliche Anzahl von Maden drin) gelangt, dann kann ich mir nicht vorstellen wie die Magenflüssigkeit keine Auswirkung auf die Maden haben sollte.
Die Magenf. ist eine Salzsäure von 0,5%.
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Re: Gefährliches Futter?

Beitragvon Reptil » So 13 Mär, 2011 21:56

Hallo Klaus,
nein, habe nicht mit dir diskutiert.

Scheinbar kommen die "Gerüchte" nicht nur von mir.
Hättest du evt. einen Link zu dem Thema?

Ich kann nur wiedergeben, was damals in dem Schreiben stand. Nicht mehr, nicht weniger.

Wie gesagt, ist es mir völlig wurscht, was andere machen!
Wenn ich danach gefragt werde, antworte ich.

Aufgewärmt hat es Heinrich. Er hat genau gewusst was er schreiben muss, damit ich darauf einsteige. ;)

@Ronny: Wären wir vor ca. 4 Jahren auf das Thema zu sprechen gekommen,
wärst du einer der ersten gewesen die Mehlwürmer nichtmal mehr gekauft hätten... aber auch egal.

Viele Grüße
Marcus
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Re: Gefährliches Futter?

Beitragvon stephan » So 13 Mär, 2011 22:56

Hallo zusammen,
das Thema mit den Mehlwürmern gab es schon Ende der 80ziger und wohl auch noch eher.
Da hieß es bei den einen, die haben zuviel Blausäure, nur sehr Vorsichtig füttern oder im Notfall und auch die Variante das sie lebend geschluckt, im Magen- Darmbereich unserer Reptilien Schaden anrichten bzw sie töten könnten.
Aufgrund der Warnungen und teilweise Abenteuerlichen Geschichten, habe ich so bis Anfang der 90ziger den Mehlwürmern vorher auch den Kopf eingedrückt wenn ich dann mal welche gefüttert habe.
Inzwischen mache ich das nicht mehr, füttere aber auch nach wie vor sehr selten Mehlwürmer, meist nur dann wenn gar nichts anderes da ist.
Hm... kann natürlich auch noch eine Restphobie der Geschichten aus den 80zigern sein ;)

gruß
Stephan
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Re: Gefährliches Futter?

Beitragvon Anolis05 » Mo 14 Mär, 2011 0:12

Hallo Marcus,
nach unserem teilweise heftigen Disput haben wir damals ja Frieden geschlossen.
Wollte das Thema auch nicht aufwärmen, sondern aufzeigen wie so eine Horrormeldung zustande kommt ohne jemand zu outen.
Das Du Dich jetzt outest verdient meinen vollen Respekt.
Was da aus Deiner damaligen Information (die selbst ich nicht im genauen Wortlaut kenne) gemacht wurde geschah ja wohl nach der bekannten "Stillen Post) da wundert man sich was da am Schluß rauskommt.
LG
Heinrich
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Re: Gefährliches Futter?

Beitragvon Thomas Hofmann » Mo 14 Mär, 2011 1:28

Ich glaube auch dass das alles nur eine Legende ist, den auch ich kenne keinen der einen kennt, der wiederum einen kennt, bei dem es mal wirklich zu 100% bewiesen wurde…

Zum Thema Wespen: Mir ist vor einigen Jahren mal eine Wespe in die Fliegenfalle geraten und anschließend, wobei ich es nicht wollte, mit in das Terrarium meiner Anolis carolinensis (ja, auch ich hatte mal sowas!). Das Männchen hat sich sogleich darauf gestürzt und hatte sie im Maul. Dann tat die Wespe was Wespen so machen. Sie stach ihn in die Oberlippe. Oh Sch…! Ich dachte jetzt klappt er jeden Moment vom Ast, da ja ein so kleines Reptil eine hohe Dosis Wespengift bestimmt nicht abkann. Im Gegenteil, die Lippe schwoll nur ein wenig an und nach zwei Tagen war nicht mehr zu sehen. Reptilien scheinen also recht resistent gegen Insektengifte zu sein!

Gruß
Thomas
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