Seite 1 von 1

"Dünger ist für Phelsuma giftig" - Ja warum denn eigentlich?

BeitragVerfasst: Di 19 Jul, 2016 16:15
von ChrischiO
Hallo zusammen,

überall liest man, dass normaler Pflanzendünger für Phelsumen giftig ist. Aber nirgends finde ich etwas dazu, warum dem so ist bzw welche Bestandteile des Düngers für die Geckos schädlich sind.

Ich habe mal die Inhaltsstoffe von Biodünger auf Zuckerrübenbasis, der ja angeblich für Terrarien geeignet sein soll, mit normalem Pflanzen Flüssigdünger verglichen (sofern man mal mehr oder weniger aussagekräftige Inhaltsangaben findet) - und einen wirklichen Unterschied konnte ich da nicht feststellen.
Warum auch? Schließlich müssten doch alle Dünger für Pflanzen verwertbare Nährstoffe N(P)K, evtl Fe und Spurenelemente in mehr oder weniger unterschiedlichen Verhältnissen enthalten, um als Dünger eine Wirkung zu haben.

Und wie diese Nährstoffe nun in den Dünger gekommen sind - ob "biologisch" oder nicht - spielt doch eigentlich keine Rolle, weil am Ende NPK und co alles lediglich chemische Verbindungen sind, oder seh ich das falsch? Was versteckt sich noch hinter Angaben wie "organischer NPK-Dünger" [Neudorff BioTrissol]?
Eventuell sind die Komponenten anders gebunden (Sulfate, Nitrate, Chloride) oder das Eisen anders chelatiert - aber das ist ja auf den Inhaltsangaben im seltensten Fall mal aufgelistet.

Woran macht sich also die Verträglichkeit des einen und die Giftigkeit des anderen Düngers fest?


Gruß
Christian

PS: hier soll bitte nicht die Frage diskutiert werden, ob und wie viel man in einem Terrarium düngen sollte, sondern lediglich die ggf negativen Auswirkungen einer Dünger-Art gegenüber der anderen (nach Möglichkeit mit etwas chemisch/biologischem Hintergrund)

Re: "Dünger ist für Phelsuma giftig" - Ja warum denn eigentl

BeitragVerfasst: Do 21 Jul, 2016 22:05
von Arne
ChrischiO hat geschrieben:...überall liest man, dass normaler Pflanzendünger für Phelsumen giftig ist...


Wo denn überall? Das würde mich mal interessieren...
Hast du ein paar Quellenangaben?

Re: "Dünger ist für Phelsuma giftig" - Ja warum denn eigentl

BeitragVerfasst: Fr 22 Jul, 2016 19:40
von ChrischiO
Hallo Arne,

ich habe das in verschiedenen Foren und auch auf speziellen Gecko/Phelsuma Seiten gelesen.

Hier eine Auswahl mehr oder weniger guter Qualität, die ich auf die Schnelle wieder zusammengegoogelt habe:

http://www.geckopage.de/Websites/P1PhelsumaHaltungBepflanzung.html hat geschrieben:[...]hier ist allerdings Vorsicht geboten! Die Geckos dürfen den Dünger nicht aufnehmen, es muss sehr vorsichtig damit umgegangen werden.


http://www.phelsuma-grandis.com/terrarium/ hat geschrieben:Einerseits kann Dünger schädlich bis tödlich für die Geckos sein [...]


http://www.talkteria.de/forum/topic-235938.html hat geschrieben:Da das Dünger den Geckos schaden kann (auch die ''tierfreundlicheren'' Varianten von Neudorff oder anderen Herstellern), kann man die Pflanzen nicht so ohne weitere düngen.


http://www.dghtserver.de/foren/showthread.php?t=24693 hat geschrieben:Wird er jedoch aufgenommen, kann dies den Organismus je nach Art des Düngers ziemlich stark schädigen, über kurz oder lang sogar zum Tod führen.


http://www.ig-phelsuma.de/board/viewtopic.php?f=1&t=6431#p33027 hat geschrieben:Wenn sie sich voll getunken hat besteht kein Interesse mehr am, gedüngten und somit schädlichen Wasser.[...]am wichtigsten ist wirklich zu vermeide, dass das Tier den Dünger iwie aufnimmt.


Wie ist deine Meinung dazu?

Gruß
Christian

Re: "Dünger ist für Phelsuma giftig" - Ja warum denn eigentl

BeitragVerfasst: Fr 22 Jul, 2016 22:35
von Arne
Hallo Christian,
das sind alles keine wissenschaftlich fundierten Aussagen, und es würde mich überraschen, wenn du hier entsprechende bekommen wirst.
Wir können also nur spekulieren bzw. über unsere Erfahrungen berichten.
Ich persönlich dünge meine Schau-(Pflanzen-)Terrarien seit vielen Jahren regelmäßig. In der Regel nehme ich dazu Orchideendünger, den ich mir von Orchideenzüchtern besorge.
Mein dienstältestes Froschpärchen (D.leucomelas) macht das seit über 16 Jahren (!) mit und das Männchen trällert noch jeden Tag wie ein Jüngling... ;)
Natürlich versuche ich die Tiere nicht direkt anzusprühen, aber das Terrarium ist nass und die Frösche werden mit Sicherheit über ihre Haut von dem Dünger etwas aufnehmen. Bis vor 2 Jahren habe ich auch regelmäßig noch Quappen im Wasserteil gefunden. Mittlerweile sind sie wohl einfach zu alt für Nachzuchten.
Von daher bezweifele ich stark, das sich leichte Düngergaben negativ auf die Tiere auswirken.

Re: "Dünger ist für Phelsuma giftig" - Ja warum denn eigentl

BeitragVerfasst: Fr 22 Jul, 2016 23:23
von ChrischiO
Ja eben weil diese Aussagen alle ohne jegliche nachvollziehbare Begründung im Raum stehen, kommen die mir sehr vor wie weiter getragenes Hörensagen. Deshalb hier die Frage nach einer halbwegs vernünftigen Aussage, warum das so sein sollte - oder eben nicht.
Natürlich wird niemand sagen "Dünger ist ungefährlich für Reptilien/Amphibien", weil dann der nächste seine Viecher darin badet und sich dann beschwert, wenn sie eingehen (überspitzt ausgedrückt).

Aber solche Erfahrungswerte, wie von dir, helfen dann doch schon mal etwas, die Maßnahmen und Folgen für das eigene Terrarium etwas besser abzuschätzen.


Bei dir heißt das also, du düngst ausschließlich das Sprühwasser und gießt nicht direkt bzw düngst nicht über das Gießwasser oder Düngestäbchen?
Aus welchem Grund eignet sich deiner Meinung nach Orchideendünger besser im Terrarium/im Sprühwasser als herkömmlicher Flüssigdünger?

Re: "Dünger ist für Phelsuma giftig" - Ja warum denn eigentl

BeitragVerfasst: Mo 25 Jul, 2016 23:46
von Arne
Hallo Christian,
herkömmlicher Flüssigdünger ist stärker und müßte mehr verdünnt werden. Mit Orchideendünger kann man nicht viel falsch machen.
Farne und "normale" Grünpflanzen bekommen so eventuell zu wenig ab, eigentlich müsste man mit verschiedenen Düngern arbeiten...
Ich dünge gezielt jedes 3 -4 mal beim sprühen, weil einige Pflanzen mehr, andere weniger Wasser benötigen.
Allerdings versalzt mit den Jahren das Substrat, so auch die Rück- und Seitenwände aus Xaxim o.ä.. Man merkt es daran, das irgendwann alles nicht mehr so dolle wächst.
Da muß man dann mal eine Radikalkur machen. Alles raus, Xaxim aufkalken, und dann wieder neu bepflanzen.
Ich bin daher dazu über gegangen, wichtige Pflanzen auf eigene Xaxim- oder Rindenstücke zu binden und diese auf die Xaximwände aufzustecken. Das macht das händling einfacher.

Re: "Dünger ist für Phelsuma giftig" - Ja warum denn eigentl

BeitragVerfasst: So 31 Jul, 2016 21:36
von Tinchen
Hallo Arne!
Zumindest in Bezug auf die Farne kann ich Dir etwas dazu sagen! Mit denen befasse ich mich schon lange und bin dadurch überhaupt erst zur Terraristik gekommen.
Normal konzentrierter "Dünger für Grünpflanzen" ist für Farne zu hoch konzentriert, wenn du Pech hast, segnen die das Zeitliche, wenn sie zuviel davon erwischen.
Orchideendünger wird von vielen Farnspezialisten genommen, ich habe auch schonmal speziellen Dünger für Farne im Internet bestellt, der war auch sehr gut, mein Lygodium japonicum (japanischer Kletterfarn) ist damit bis zur Zimmerdecke geklettert!

Wenn ich die Farne direkt im Bodengrund einpflanze (oder im Topf lasse), gebe ich immer ein bisschen Rhododendronerde, Torf und eventuell Rindenkompost dazu, dann braucht man erstmal garnicht düngen (in der Rhododendronerde ist ja Dünger enthalten).
Manche Farne hätten es auch gerne durchlässiger, dann kriegen sie Sand oder Perlite dazu, sieht nur nicht so super aus, wie Styropor halt :roll: .

Also, eigentlich wollte ich nur damit sagen, Farne sind recht anspruchslos, ist mir doch kurz und knapp gelungen, oder?

Liebe Grüße, Kerstin

Re: "Dünger ist für Phelsuma giftig" - Ja warum denn eigentl

BeitragVerfasst: Mo 29 Aug, 2016 10:58
von PeterB
Bei Grünpflanzen benutze ich Düngestäbchen, die ich regelmäßig (ca 3 Monate) zwischen die Wurzeln schiebe. Da kommt kein Gecko dran. Bromelien dünge ich nicht, da die Geckos aus den Kelchen trinken. In die Kelche fülle ich gezielt ein 50:50 verschnitt Osmose/Leitungswasser. Die Bromelien gedeien und vermehren sich prächtig. Bei Bromelien scheint es wichtiger zu sein immer in jedem Kelch Wasser stehen zu haben als gezielt zu düngen.